Bin-kHr1. Pro-gram-mierung-hat-so-er-u-iert. A-ber...
Der kleine Haushaltsroboter richtete die Kamera wieder nach vorn, suchte den Blick des kleinen MĂ€dchens.
...in-Body-unit-pul-siert-Herz. Sagt-das-falsch. Rich-tig-falsch. Falsch-rich-tig. Schwie-rig. Nein-nicht-schwie-rig.
557
Ja-nein-meine-ef-fek-tiv.
MARTY! DAS WAR UNMENSCHLICH!
Ihre vertrÀnten Augen brannten sich in seine Bildsensoren. Wie ein Lichtblitz.
Etwas pochte in ihm. Hinter der Serviceklappe. Mehr als sonst.
Ja-nein-ich...
Der kleine Haushaltsroboter richtete seine Kamera auf den Boden.
556
Er hatte in der Sekunde vor dem Lichtblitz kurz seine Kamera deaktivert. Seine Bildsensoren brauchten nicht neu justieren.
Fas-zi-nie-rend!
Das kleine MĂ€dchen starrte den kleinen Haushaltsroboter an.
WAS? HAST DU DENN NICHT HINGESCHAUT?
Noch nie hatte sie ihn so angeschrien.
555
Die Kachel zeigte nur eine schwarze, verbrannte Höhle. Zwei feine RauchsÀulen stiegen auf.
Der kHr2 rollte auf die Kamera zu, hob seinen Greifer.
Die Untertitel formten automatisiert "UL-LA!".
Ein Lichtblitz defektierte die Kamera.
Diesmal war der kleine Haushaltsroboter bereit.
554
Geblendet wie damals der kHr2 durch das Stroboskoplicht im Discoraum. Die Kameralichtsensoren der kleinen Haushaltsroboter waren ja etwas trÀge.
Als seine Kamera nachgeregelt hatte, sah Marty das kleine MĂ€dchen. Die Arme fest um Mamas HĂŒften gelegt, weinte sie. Weinte nur noch.
553
Noch bevor Mama den Ton laut stellen konnte, sahen sie, wie ein kHr2 von links die Studiokulissen durchbrach, einen Greifer ausstreckte. Ein greller Lichtblitz erhellte die Kachel.
Durch die TV-Ăbertragung zwar abgeschwĂ€cht, wurde der kleine Haushaltsroboter trotzdem geblendet.
552
Sie zappten durch alle Programme. Einige hatten noch einen Hinweis auf eine technische Störung. Irgendwann blieben auch sie schwarz.
Der nÀchste Channelblock. Der kleine Haushaltsroboter zeigte auf eine der Kacheln.
Da!
In einem Studio verlasen zwei Humanoide hektisch die News.
551
Der kleine Haushaltsroboter glich die TV-Bilder mit seinen Netzdaten ab.
Joe-recht. KHr2-be-stim-men-Ener-gie. Des-halb-Macht. Und-sind-schnell.
Mama, was machen wir denn jetzt?
Bevor sie antworten konnte, sahen sie, dass auf dem Multichannel-TV immer mehr Kacheln ausfielen.
550
Was passiert da, Joe?
Die Robots probieren die Revolte! Und sie sind gut. Sehr gut. Wir haben keine Macht mehr ĂŒber sie.
Sie kontrollieren die Energieversorgung. Jagen kleine Haushaltsroboter mit FuSe. Und Menschen.
Aber warum? Wer steckt dahinter?
Keine Ahnung, Schwesterherz.
549
Auf allen KanĂ€len Sondersendungen. Nachrichten ĂŒber kleine Haushaltsroboter, die nicht mehr funktionierten. Weltweit.
KHr2, die auf den StraĂen patroullierten. Humanoide zusammentrieben, mit Stromstössen drangsalierten. Weltweit.
Marty registrierte hohe Stromschwankungen im Netz.
548
FrĂŒh am Morgen stand Joe vor der TĂŒr. Als der kleine Haushaltsroboter öffnete, stĂŒrmte er herein.
Schnell, mach zu! Und... und keinen Laut!
Joe! Was ist passiert?
Er schwitzte, rang nach Atem.
Ich bin gelaufen. Wann bin ich das letzte mal gelaufen? Schaltet den Fernseher ein!
547
Dann empfing der kleine Haushaltsroboter wieder eine Vision.
Die Hausherrin schwebte nachts waagerecht ĂŒber ihrem Bett, auf einem starken elektrischen Feld, das kHr2 erzeugte. Ihr Nachthemd hing unter ihren Beinen herab, die Arme weit ausgebreitet, die Haare wirr, Galle spuckend.
546
Und? Hat es funktioniert?
Ganz prima, Mama. Sie haben sich so gefreut.
Gefreut? Es sind kleine Haushaltsroboter.
Aber ja. Sie blinkten. So.
Das Frollein zwinkerte so schnell sie konnte.
Jetzt schlafen sie.
Sie schla...?
Mama hob eine Augenbraue. Und lÀchelte.
Ab ins Bett.
545
Sie schloss die Serviceklappen wieder.
Freut ihr euch?
Die kleinen Haushaltsroboter blinkten heftig. LĂ€chelten. Innen. WĂ€rme.
Lehnten sich wieder aneinander, aktivierten den Lade-StandBy.
Ja, schlaft gut., flĂŒsterte das kleine MĂ€dchen.
Die GleittĂŒr schloss sich hinter ihm.
544
Es stimmte. Auch in der Bodyunit der KĂŒchenrobotin pulsierte es.
Ein-ro-tes-Licht? Was-macht-es?
Es leuchtet rot. Es erinnert euch daran, dass ihr ein Herz habt. Und dass ihr auch damit entscheiden könnt.
Da war wieder diese WÀrme. Innen im kleinen Haushaltsroboter. In schön.
543
Es war eine kleine LED, montiert auf einem kleinen roten StĂŒck Plastikpappe, der Rand beklebt mit funkelnden Glitzersteinchen.
Ich habe ein LED-Armband auseinander genommen. FĂŒr den Anschluss rief ich Onkel Joe an. Ihr seid nun kleine Haushaltsroboter mit Herz!
Sie blinzelte.
542
Ich habe etwas fĂŒr euch.
Das Frollein montierte etwas in die Bodyunits. Der kleine Haushaltsroboter registrierte einen neuen Stromverbrauch. Sehr, sehr gering. Aber messbar.
Es klappt! Kommt vor den Spiegel.
Marty erkannte in dem Spiegelbild ein sanftes, pulsierendes Leuchten.
541
Lade-Stand-by. Mikro-fĂŒr-Sprach-be-fehle-und-Stimm-er-kenn-ung-aktiv. Im-mer. Al-so-schla-fen?
Ach ja, manchmal vergesse ich, dass ihr kleine... kommt mal her.
Marty stupste Jennifer, sie rollten zum Frollein hinĂŒber.
Sie öffnete die Serviceklappen der kleinen Haushaltsroboter.
540
Das kleine MĂ€dchen verschwand in ihrem Zimmer. Nach einer Weile sensorierte der kleine Haushaltsroboter eine leichte Spur Klebstoff und Farbe in der Luft.
Abends standen Marty und Jennifer auf ihren LadeplÀtzen, aneinandergelehnt, wie so gerne.
Schlaft ihr?
Marty blinkte kurz.
539
Sie legte ihre Hand auf die Bodyunit des kleinen Haushaltsroboters.
Marty, wir beide wissen, dass du Befehle missachten kannst. Und manchmal musst du einfach auf dein Herz hören, nicht auf deine Programmierung.
Bin-Ro-bot-ha-be-Ăl-pum-pe.
Du hast recht. Ich muss nachdenken.
538
Auf dem Weg zur Wohneinheit wandte sich das Frollein an den kleinen Haushaltsroboter.
Marty, du weiĂt, dass du zu uns gehörst, ja?
Fa-mi-lie-ja.
Aber was, wenn sie ihre eigene Chipkarte hÀtte verwenden können? WÀrst du mitgegangen?
Bin-Ro-bot-be-folge-Be-fehle.
Sie stoppte.
537
Marty legte seinen Greifer auf den Jennifers.
Wir sind die drei Muskeltiere! HURRA!
HUR-RRA!
Jennifer blinkte heftig.
Der kleine Haushaltsroboter wusste nicht, was fĂŒr eine Spezie diese Muskeltiere waren. Er war auch nicht sicher, ob das Wort richtig war.
Aber es gefiel ihm.
536
Marty, Jennifer und das kleine MĂ€dchen bildeten ein kleines Dreieck.
Wir drei halten zusammen!
Die beiden kleinen Haushaltsroboter blinkten ihr zu.
Das Frollein streckte ihren Arm in die Mitte.
Einer fĂŒr alle!
Jennifer legte ihren Greifer auf ihre Hand.
Und alle fĂŒr einen!
535
Das ist ja wohl unerhört! Das melde ich dem Service!
Wutentbrannt machte sie kehrt und stĂŒrmte in die Wohneinheit.
Der kleine Haushaltsroboter blinkte seinen Freunden zu.
Was-ist-passiert?
Sie wollte dich mitnehmen. Sie meinte, du wĂŒrdest ihr gehören. Aber das war mal. FrĂŒher.
534
Der kleine Haushaltsroboter hörte das kleine MÀdchen, traute aber seinen Mikros nicht.
Sie können ihr Geld an unserer Limonadenbar ausgeben.
WAS? WeiĂt du eigentlich, wer ich bin?
Weiss ich. Seien Sie froh, dass Sie ĂŒberhaupt an die Bar dĂŒrfen.
Die Humanoide schnaubte laut.
533